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Im Mittelpunkt der Maiandacht an der Kunigundenkapelle bei Aub stand „Maria - eine starke Frau und Friedensfürstin“

Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich rund 50 Gläubige an der Kunigundenkapelle bei Aub und begrüßten die Muttergottes zum Auftakt der Maiandacht mit dem Lied „Freu dich, du Himmelskönigin“. Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl hatte „Maria - eine starke Frau“ in den Mittelpunkt der vormittäglichen Andacht gestellt. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die Ängste vieler Menschen ergänzte er ihren Titel „Friedensfürstin“.

Beim Kyrie konnte jeder darüber nachdenken, „was mir Sorgen macht, aber auch, was mich freut, trägt und Hoffnung schenkt“. Bei seiner Begrüßung vertiefte der Seelsorger nochmals diese Gedanken. „Dürfen wir uns in einer Zeit mit viel Leid durch den Krieg und die Pandemie überhaupt freuen?“, fragte er. Es sei auch wichtig, das Schöne wahrnehmen und zu genießen, die Augen nicht verschließen vor der Fülle und Vielfalt. „Am Ende darf ich alles vor Gott bringen, auch mein Unverständnis“, betonte Scharl.

Weiter stellte er verschiedene Sichtweisen auf Maria vor wie die Gottesmutter als Schutz und Schutzmantel, als Knotenlöserin, als starke, selbstbewusste und mutige Frau, die Gott dankt, aber auch Gerechtigkeit fordert, oder als Friedenskönigin. Die Frage „Wer ist Maria für mich, gerade auch heute?“ leitete zum gemeinsam gebetenen Magnifikat über. In seiner Predigt betonte Scharl, dass Maria für ihn ein Vorbild ist, weil sie durch ihren Glauben an Gott auch in schwierigen Zeiten Stärke gezeigt hat. „Maria glaubte, dass Gott ein Gott des Friedens und der Gerechtigkeit ist“, so der Landvolkseelsorger. Und danach habe sie auch gehandelt.

Sie glaubte damit an einen Gott, so wie ihn die alttestamentlichen Propheten verkündet hatten. Scharl ging hierzu auf den Propheten Micha ein, der schon in damaligen Zeiten die ungerechten Machtstrukturen in der Gesellschaft kritisiert hatte, insbesondere die Ausbeutung der Kleinbauern und der Landbevölkerung. Mit dem Magnifikat, dem im Lukasevangelium geschilderten Gebet Marias, reihe sie sich damit ein in die lange Liste der Propheten.

Nach den Fürbitten, dem Vaterunser und dem Friedensgruß brachten alle in einem Gebet ihre Sehnsucht nach Frieden in der Welt und nach einem Leben in Würde und Gerechtigkeit für alle Menschen zum Ausdruck. Nach dem Segen erklang zum Abschluss das Lied „Segne du Maria“. Nach der Maiandacht saß man noch lange bei Kaffee und Kuchen beisammen. - Für den musikalischen Rahmen der Andacht sorgte die Gruppe „Fränkischer Harfenklang“ mit ihren Veeh-Harfen.

Fotos: Barbara Düchs 

 

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