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Was war das für eine Freude, als sich der Frauenkreis nach einem Dreivierteljahr erstmals wieder „live und in Farbe“ treffen konnte.

So gab es ein großes „Hallo“ und strahlende Gesichter beim Wiedersehen am 17. Juni im Gramschatzer Wald. Dabei waren die elf Frauen eigentlich mit Förster Wolfgang Graf zu einer sinnlichen Waldführung verabredet. So verstummte der lebhafte Austausch allmählich, als frau sich mit dem Leiter des Walderlebniszentrums auf den Weg machte. Denn dort hieß es für zwei Stunden: Hinspüren, Schweigen, Wahrnehmen oder ganz in Ruhe liegen. „Sinneswandeln“ nennt sich das auf dem dort angelegten Walderlebnispfad.

Dieses Wandeln mit allen Sinnen konnten die Frauen besonders intensiv erleben, vor allem als ein Sinn ausgeschaltet wurde. Mit verbundenen Augen galt es, sich an einem Geländer entlang zu hangeln und dabei die Unebenheiten des Bodens mit den Füßen zu ertasten. Auch die anderen Sinne waren da viel mehr als sonst gefordert. „Eine ganz andere Wahrnehmung“ sei es gewesen, berichtet die Organisatorin des Treffens, die KLB-Bildungsreferentin Rita Mergler-Spies.

Doch dann hieß es „Augen auf“ und zwar richtig: Denn eine andere Übung bestand darin, mit einem Spiegel vor der Nase durch den Wald zu gehen. Dabei richtete sich der Blick zunächst vor allem auf den Himmel und die Baumkronen ganz oben, später wurde der Spiegel gedreht und der Waldboden stand im Mittelpunkt. Am Ende nahmen alle auf großen Holzliegen Platz und lauschten auf den Gesang der Vögel und das Rauschen des Windes in den Wipfeln. „Da öffnete sich ein Raum, ein heilender, fast heiliger Raum“, so Mergler-Spies.

Einen etwas anderen Raum, nämlich den des Gesprächs und der Begegnung, nutzten die Frauen beim abschließenden Picknick, bei dem sie sich in aller Ausführlichkeit austauschten. So saßen sie noch beieinander, als der Mond schon am Himmel erschien. Das gemeinsam gesungene Lied „Der Mond ist aufgegangen“ bildete den harmonischen Abschluss eines frohen Abends des Wiedersehens. 

 

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