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Zieh ins Land – Die diesjährige Herbstexkursion „Zieh ins Land“ der Katholischen Landvolkbewegung führte die 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung von Stefan Oppmann am 24. November in das Pleichachtal. Auf dem Programm standen Besuche der Betriebe „Frankenwels“ in Burggrumbach und „Pleichachtalhof“ in Unterpleichfeld.

Rudi Oppmann und sein Sohn Simon schafften für ihren landwirtschaftlichen Betrieb im Jahre 2014 ein neues Standbein: die Zucht von Afrikanischem Wels. Die zunehmende Nachfrage der Verbraucher nach Fisch und die vorhandene Abwärme der Biogasanlage bestärkten sie in ihrem Entschluss. Der Afrikanische Wels benötigt zum Wohlfühlen 27 °C Wassertemperatur. „Er reagiert sehr sensibel auf Störungen“, so Oppmann. Deshalb war das Fotografieren mit Blitz untersagt. Nach einem halben Jahr sind die Welse schlachtreif und werden zu Filets verarbeitet. So produziert der Betrieb mittlerweile 40 Tonnen Fischfilets im Jahr, die überwiegend an Handel und Gaststätten gehen.

Zur Mittagspause ging es in das Restaurant „Eva‘s – Natürlich lecker“ in Unterpleichfeld. Die Inhaberin Eva Friedrich entschied sich vor wenigen Jahren, die Hofgebäude ihrer Eltern zu einem Bio-Restaurant umzubauen. Die gelernte Betriebswirtin bietet nicht nur leckere Gerichte mit Zutaten aus der Region an, sondern lädt auch Schulklassen zu Ernährungskursen ein und vermittelt ihr Wissen in Kochkursen.

Erwin Bauer vom „Pleichachtalhof“ in Unterpleichfeld hat in Sachen Gemüsebau bereits in den 90er Jahren einen neuen Weg eingeschlagen: Weg von der reinen Erzeugung und der Abhängigkeit von Händlern, hin zur Direktvermarktung. In seinem Hofladen bietet er nicht nur Obst und Gemüse aus eigener Produktion an – im Frühjahr und Sommer u.a. Erdbeeren und Spargel –, sondern auch viele Produkte von anderen Erzeugern aus den Regionen Kitzingen und Würzburg. Die Teilnehmer nutzten das vielfältige Angebot und luden sich Blumenkohlköpfe, Rosenkohlstrünke und Kürbisse in ihre Fahrzeuge. „Früher gab es noch mehr persönliche Beziehungen zu den Händlern, das fehlt heutzutage“, bedauert Bauer. Er berichtete von den zum Teil sehr harten Bedingungen, die im Handel herrschen. Trotzdem mache ihm sein Beruf Freude und er werde sein Gewerbe auch im Rentenalter weiter betreiben.

Dr. Wolfgang Meyer zu Brickwedde

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