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Die Freude war groß, dass nach zwei Jahren „Corona-Pause“ erstmals wieder die beliebte Exkursion „Zieh ins Land“ stattfinden konnte.

Unter der Leitung von KLB-Diözesanvorsitzenden Stefan Oppmann ging es für die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Region Haßberge. Auch wenn das Wetter nicht allzu einladend war, am Ende bereute niemand, gekommen zu sein, denn der Tag bot ein abwechslungsreiches Programm, bei dem auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.

Erste Station war der Demeterhof Dünninger in Hofheim-Goßmannsdorf. Bereits 1989 haben die Eheleute Hans und Claudia Dünninger den gut laufenden konventionellen Betrieb auf Bio umgestellt. „Aus tiefer Überzeugung“, wie sie selbst berichteten, und auch gegen manche Widerstände. An die 50 bis 60 Mastschweine, die sich im Stall und im Außengelände tummeln, verfüttert er auch selbstangebautes Soja. Ansonsten wachsen auf den rund 80 Hektar Ackerfläche Dinkel, Weizen und Hafer. Mit zum Betrieb gehören zudem ein Hofladen, ein Lieferdienst und eine Hofbäckerei sowie zwei Ferienwohnungen. „Die Kombination aus Abokiste und Hofladen ist ideal“, erzählt Dünninger. In seinem Laden gibt es alles, aber nur in Bio. Neben regionalen Produkten hat er beispielsweise auch Zitrusfrüchte im Angebot. Seit Beginn der Corona-Pandemie sei die Nachfrage deutlich angestiegen. Das siebenköpfige Mitarbeiter-Team habe „teilweise Tag und Nacht geschafft, um der Nachfrage gerecht zu werden.“

Nach der Mittagspause im Gasthaus „Zu den Haßbergen“ in Hofheim-Echelsdorf war Unfinden das nächste Ziel, wo sie schon von Helmut Hey erwartet wurden. Der 300-Einwohner-Ort, der seit 1972 zu Königsberg i.B. gehört, wurde vom Landesamt für Denkmalschutz in die Liste der besonders schutzwürdigen Ensembles aufgenommen. Der Baubestand stammt aus den letzten 300 Jahren: Eindrucksvolle Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert mit reichem Wappenschmuck und Putzornamentik prägen den Ort. Anfang des 19. Jahrhunderts, so berichtete Helmut Hey eine amüsante Anekdote aus der Ortsgeschichte, gehörte Unfinden zu Bayern, das benachbarte Königsberg zu Sachsen. Wer ins benachbarte „Ausland“ wollte, hatte Zoll zu entrichten.

Nach Kaffee und Kuchen in der Gaststätte „Schwarzer Adler“ ging es weiter nach Sand am Main zu Stefan Rippstein. Er hat einen sehr seltenen Beruf, denn er ist Korbflechter. Früher gab es allein in Sand am Main 500 bis 800 Korbmacher, heute sind es in ganz Deutschland gerade mal 80 bis 100 Vollerwerbsbetriebe. Rippstein kultiviert 10 bis 15 verschiedene Weidesorten, eine Anlage kann er rund 20 Jahre nutzen. Wichtig ist, dass die Weiden ohne Seitentriebe gerade nach oben wachsen. Bei der Handweide können das bis zu vier Meter in einem Jahr sein. Zur Verarbeitung werden die abgeschnittenen Triebe zunächst der Länge nach sortiert, dann zum Teil mit der sog. Schälklammer geschält oder auch gekocht. Während früher die Korbmacher auf monatelangen Rundreisen ihre Ware feilboten, läuft der Verkauf heute ab Hof, über Kunsthandwerkermärkte oder das Internet.

Zum Abschluss des Tages fand ein Wortgottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Limbach mit Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl statt.

Bilder: Wolfgang Meyer zu Brickwedde

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