Die KLB-Männerradtour durch den Ochsenfurter Gau bot die richtige Mischung aus Bewegung, Austausch, Kultur und Glaube
„Ein bissl frisch“ sei es am Morgen schon gewesen, doch dann begleitete die 14 Teilnehmer der KLB-Männerradtour perfektes Spätsommerwetter. Seit etwa zehn Jahren steht die Männerradtour im Programm der KLB Würzburg – und ist jedes Mal gut ausgebucht. Erklärtes Ziel ist es, Männer auf niederschwellige Art zu erreichen – und das gelingt mit der Mischung aus Bewegung, Austausch, Kultur und Glaube offenbar sehr gut.
Dass die Teilnehmer das Radeln gewohnt sind, lässt sich an den sportlichen Outfits und den Kilometerständen auf den Tachos ablesen. Dennoch freuten sich die Pedelec-Fahrer am 26. September 2026 über ebene Wege und geringe Steigungen. „Das hatten wir in den letzten Jahren selten“, lacht Norbert. In diesem Jahr führte Tourleiter Bernhard Weisenberger die Gruppe in den Ochsenfurter Gau. Von Ochsenfurt ging es auf dem Gaubahnradweg über Gaukönigshofen bis nach Aub. Die Strecke ist identisch mit der „Radtour für Demokratie und Menschenrechte“, so dass auch gleich ein thematischer Rahmen gesteckt war. „An den acht Haltepunkten haben wir uns Gedanken zu den dort auf den Asphalt geschriebenen Grundrechten gemacht und unsere Erfahrungen ausgetauscht“, berichtet Weisenberger. Bei der Weiterfahrt entwickelten sich dann Gespräche. „Genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Männer unter sich sind. Denn: Dann werden sie gesprächig!“
Als reizvoll empfinden es viele, Neues kennenzulernen. Zum Beispiel die Synagoge in Gaukönigshofen. Begeistert erzählen Franz und Alfred von der sachkundigen Führung, bei der sie viel über jüdisches Leben und Glauben erfahren haben. Überrascht waren beide über den Besuch der Mikwe und darüber, wie ausgeprägt jüdisches Leben in Gaukönigshofen war. Bei Aub machte die Gruppe einen Abstecher zur romanischen Kunigundenkapelle. Manfred Deppisch, ehemaliger Kirchenpfleger von Buch, nahm die Radler mit in die tausendjährige Geschichte des Ortes. Detail- und wortreich berichtete er vom Bau, architektonischen Details und Legenden, die sich um die Hl. Kunigunde ranken. Eine davon erzählt, dass die Frau von Kaiser Heinrich II. einst drei Schleier in den Wind geworfen habe; an deren Fundstellen wollte sie Kapellen erbauen. Einer der Schleier landete in Bamberg, ein zweiter in Bullenheim, der dritte in der mächtigen Linde auf dem Altenberg. Diese angeblich „tausendjährige“ Kunigundenlinde hatte es auch den Radlern angetan und wurde von allen Seiten bestaunt.
Für den Rückweg gab Bernhard Weißenberger einen kurzen Friedens-Impuls mit. Im chinesischen Märchen ist es sonnenklar, „warum es keinen Krieg geben kann“. Nachdenkliches Nicken folgte – und dann betete man gemeinsam um Frieden. Über Hopferstadt ging es zügig zurück nach Ochsenfurt. Kurz bevor die 50 Kilometer-Runde voll war, sorgte ein gebrochener Sattel für einen kurzen Schreckmoment. „Doch auch das haben wir gemeinsam gemeistert“, lacht Bernhard Weisenberger erleichtert.
Anja Legge (Text und Fotos)













