klb wuerzburg

Foto: Pat Christ

Die Zukunft der KLB stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung am 13. Oktober 2026.

KLB bedeutet Verbundenheit und Glaubenteilen, Action und Begegnung: Davon erzählten Ehrenamtliche aus den Ortsgruppen und Arbeitskreisen bei der Mitgliederversammlung am 13. Oktober in Würzburg. Für jene, die sich hier engagieren, wäre es undenkbar, würde diese Arbeit wegfallen. Doch auch freiwilliges Engagement braucht Unterstützung. Die gab es bisher nicht zuletzt von Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl. Der geht zum Jahresende. Seine Stelle ist noch immer vakant.

Thomas Kram vom Diözesanvorstand, der die Mitgliederversammlung moderierte, machte deutlich, dass jene, die sich aktuell haupt- oder ehrenamtlich in der KLB engagieren, schon jetzt ganz schön ackern müssen. Würde die vakante Seelsorgestelle nicht besetzt, würde noch mehr Arbeit auf sehr wenige Schultern verteilt werden müssen. Ausgeschrieben war die Seelsorgestelle bis zum 30. September: „Es hatte sich jedoch niemand darauf beworben.”

Sollte es weiterhin nicht gelingen, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden, würde das Leitungsteam die Stelle gern umwidmen: „Um die inhaltliche Arbeit weiterführen zu können, außerdem wollen wir die Arbeitskreise aufrechterhalten.“ Alternativ könnte eine halbe Stelle für einen Bildungsreferenten respektive eine Bildungsreferentin ausgeschrieben werden. Seit längerem geht das Leitungsteam mit dieser Idee schwanger. Im Sommer gab es sogar Grünes Licht hierfür seitens der Diözese. Doch dann wurde wieder zurückgerudert. Im Augenblick ist alles völlig offen.

Immerhin ist die halbe Stelle des Landvolkseelsorgers nicht ad acta gelegt, versicherte Lucia Lang-Rachor, Leiterin der Abteilung Erwachsenenpastoral in der Diözese Würzburg: „Die Stelle bleibt, wie sie ausgeschrieben ist, genehmigt.” Prinzipiell wolle die Diözese die geistliche Begleitung der Verbände nicht aufgeben. Zur Frage, ob eine Umwidmung der Stelle möglich wäre, konnte sich die Pastoralreferentin nicht äußern. „Gebt uns noch ein bisschen Zeit!”, bat sie wiederholt.

Wissen fehlt

Problematisch ist laut Lucia Lang-Rachor, dass kein Theologe, spricht man ihn darauf an, ob er sich prinzipiell vorstellen könnte, Landvolkseelsorger zu werde, ad hoc „Ja!” sagt: „Ich stelle fest, dass die Kollegen mit Verbänden nicht viel anfangen können.” Sie forderte die Mitglieder der KLB auf, mit möglichen Kandidaten in Kontakt zu treten und anschaulich darzulegen, was es bedeutet, geistlicher Begleiter der Katholischen Landvolkbewegung zu sein: „Was soll man da tun?“ Vielleicht, brachte Claudia Mack in die Diskussion ein, könnte ein Bericht hierüber im Katholischen Sonntagsblatt einen positiven Effekt haben.

Für Wolfgang Scharl wäre auf jeden Fall nur ein Theologe adäquat für jene Stelle auf Diözesanebene, die nun frei wird, weil er ganz in die Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums wechselt. Er regte an, über eine ehrenamtliche Alternative nachzudenken. Aus der Satzung gehe nicht hervor, dass die Stelle des Geistlichen Begleiters hauptamtlich besetzt werden müsse. Denkbar wäre zum Beispiel, einen Priester, Pastoralreferenten oder eine Gemeindereferentin im Ruhestand für die Stelle zu gewinnen.

Das Leitungsteam wird massiv umgetrieben von der Frage, wie sich die KLB an eine Situation ohne Seelsorger und eventuell sogar ohne Bildungsreferenten adaptieren könnte. Unweigerlich würde dann noch mehr Arbeit auf die Ehrenamtlichen zukommen, so Thomas Kram: „Wir merken jetzt schon an vielen Stellen, dass Arbeit an Ehrenamtliche ausgelagert wird.” Doch auch deren Kapazitäten seien begrenzt. Thomas Kram sprach von einem nun schon seit Monaten anhaltendem, frustrierenden „Dilemma” und einer aufreibenden „Hängepartie”. Das Leitungsteam werde jedoch weiterhin für eine halbe Stelle kämpfen.

„Äußerst ärgerlich“

Wäre sein Glaube nicht so stark, hätte er sich längst vom Acker gemacht, äußerte ein KLB-Mitglied bei der Mitgliederversammlung verärgert. Er war nicht der einzige, der nicht nachvollziehen konnte, dass es angesichts von derart intensivem ehrenamtlichen Engagement in der KLB so schwierig ist, eine halbe Stelle genehmigt zu bekommen. Ehrenamtliche würden „im Regen stehen gelassen“, pflichtete ihm ein anderes Mitglied bei: „Ich bin echt stinkig.“ Man vermisse Wertschätzung.

Das wollte Lucia Lang-Rachor nicht auf sich sitzen lassen. Allein damit, dass sie an der Mitgliederversammlung teilnehme, drücke sie Wertschätzung aus. Letztlich verstehe sie jedoch die Perspektive der Ehrenamtlichen: „Auch ich steh etwas im Regen.“ Sie könne derzeit einfach nichts sagen, weil sie selbst nichts Genaues wisse.

Die Pastoralreferentin machte klar, dass es insgesamt einen gewaltigen Aderlass in der Diözese geben wird: „Wir müssen an ganz vielen Stellen Personal abbauen, das betrifft nicht nur Verbände.” Hoffnungen darauf, dass irgendetwas ausgebaut werden könne, dürfe sich niemand machen. Das Gegenteil werde eintreten: „Es wird weniger, es geht gar nicht anders.” Auch andere Verbände stehen deshalb vor der Frage, inwieweit und was sie abspecken müssen.

Manchmal kann es gut sein, einer Sache Ade zu sagen, erklärte Claudia Mack bei der Vorstellung der Ortsgruppenarbeit in Euerfeld. Dort gibt es einen neuen, großen Vorstand. Der brachte frischen Wind in die Arbeit und schnitt alte Zöpfe ab. Oft, so Claudia Mack, denke man, dass man unbedingt an etwas, was eine lange Tradition hat, festhalten müsse: „Man macht das, obwohl es eine Last ist.“ Doch es könne befreiend sein, etwas aufzugeben, wenn die Luft draußen ist.

Lebendige AKs

Zu jenen Dingen, die sie auf keinen Fall aufgeben möchte, gehört der ökumenische Friedenslichtergottesdienst am Samstag vor dem vierten Advent, erklärte Barbara Düchs aus Gaurettersheim. Der sei vielen Menschen wichtig geworden. Über 80 Leute waren beim letzten Mal da.

Sehr erfreulich ist laut Maria Freitag vom „AK Senegal“ ein bedeutender Nachlass, durch den ein großes Projekt verwirklicht werden könne. Wie Gerd Schneider erläuterte, sollen junge Menschen in einem Demo-Betrieb lernen, Gemüse in Trockengebieten anzubauen und Tiere so zu halten, dass sie nicht so schnell krank werden. Letztlich gehe es darum, jungen Leuten Perspektiven in der Landwirtschaft zu eröffnen, damit sie nicht auswandern müssen. Sehr bereichernd ist laut Elke Wolz-Nagl die Arbeit im AK „Soli geht“: „Das Tolle ist, dass man hier Menschen trifft, die die gleichen Werte vertreten.“ Großen Spaß mache es, im AK „Glaub‘ mal“ mitzuarbeiten, berichtete Helene Sauter.

Von den Herausforderungen im „AK Land“ erzählte Stefan Oppmann. Leider sei es meist nicht möglich, auf aktuelle Themen prompt zu reagieren. Ein Highlight sei alljährlich die Veranstaltung am 2. Februar, die ein Dreivierteljahr lang vorbereitet wird. Dabei arbeitet der „AK Land“ der KLB mit der KLJB und dem Lernwerk Volkersberg zusammen. Gemeinsam geht man auf die Suche nach einem spannenden Thema und passenden Referenten. Ziel sei es, Erzeuger und Verbraucher miteinander ins Gespräch zu bringen. Was auch kontrovers sein dürfe. Bis zu 120 Personen nehmen teil. 

Pat Christ (Text und Fotos)