Stimmiger hätte der Abend des 25. September in diesem Jahr kaum sein können. Am Gedenktag des Hl. Klaus von Flüe versammelten sich 25 Männer und Frauen zwischen 1 und 81 Jahren an der Bruder-Klaus-Kapelle bei Euerfeld. Eingeladen hatten der Arbeitskreis „Glaub mal!“ der KLB und die Diözesanverbände von KLB und KLJB.
Im warmen spätsommerlichen Licht, umgeben von Feldern, Wiesen und Bäumen fiel es nicht schwer, sich auf das Motto des Abendgebets „Herr, wie ein Baum...In der Natur mit der Natur beten“ einzulassen. „Als der AK ‚Glaub mal!‘ im Sommer die Gebetsstunde vorbereitet hat, entstand wie von selbst die Idee, den Baum in den Mittelpunkt zu stellen“, blickte Diözesan-Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl zurück. Unter der großen Linde stehend, konnten die Mitfeiernden dann hautnah erleben, was es heißt „in den Bäumen Frieden zu spüren“. Genau hier liege auch die Verbindung zu Klaus von Flüe, so Scharl weiter. Der Schweizer Friedensheilige sei ganz bewusst in die Stille der Natur gegangen, um dort den Frieden in sich zu spüren und ihn zu den Menschen zu tragen.
Was wir von Bäumen können, verdeutlichte Diözesanlandjugendseelsorgerin Regina Krämer. Während im Hintergrund leise der Bruder-Klaus-Brunnen plätscherte, sann sie über die Worte des Psalmisten nach. „Selig ist der Mensch, der sein Gefallen hat an der Weisung des HERRN“ heißt es da. „Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen.“ (Ps 1, 1-3) Während Bäume fest auf ihrem Grund verwurzelt sind, muss der Mensch nach seinem Platz suchen. Doch: „Wie finde ich meinen Platz? Was ist mein Wasser? Was bedeutet es, der Weisung des Herrn zu folgen?“ Als zentrale Richtschnur empfahl Regina Krämer Jesu‘ Gebot, Gott und den Nächsten so zu lieben wie selbst. „Und vielleicht hilft es ja ab und zu wie ein Baum zu sein“, so Krämer weiter – „still, verwurzelt im Boden, ausgerichtet zum Himmel, bereit zu empfangen, was es regnet, erwartend“.
In den Liedern „Kein schöner Land“, „Komm, bau ein Haus“ und „Fried ist allweg in Gott“ – an der Gitarre von Katharina und Berta Ländner-Mack begleitet – konnte all das zum Ausdruck kommen, was die Teilnehmenden an diesem Abend bewegte: Die Liebe zum Land, schattenspendende Bäume, unter denen Tier und Mensch sich versammeln, die eindringliche Bitte um Frieden. Mit den Worten „Die Natur ist göttlich.“ beschloss Wolfgang Scharl das Abendgebet, und als wäre es so verabredet gewesen, verschwand in diesem Moment die Sonne hinter den Feldern im Westen.
Anja Legge









