klb wuerzburg

Die Andacht des Arbeitskreises „Glaub mal!“ regte zum Nachdenken und Nachspüren an - ebenso wie die Impulse beim Rundgang über den Friedhof

Der Arbeitskreis „Glaub mal!“ brachte am Stand der KLB auf der Kirchenmeile das Motto des Katholikentags „Hab Mut - steh auf“ und den Patron des Landvolks zusammen. Denn auch Bruder Klaus von Flüe hat einen mutigen Entschluss gefasst, als er sein Heim und seine Familie zurück ließ, aufgestanden und einen neuen Weg gegangen ist - in die nahe Ranftschlucht, wo er 20 Jahre bis zu seinem Tod als Einsiedler lebte.

Die Mitglieder des Arbeitskreises luden am Samstag, 16. Mai, dazu ein, 15 Minuten innezuhalten und dem Impuls „Aufstehen - wie Bruder Klaus“ nachzuspüren. Mit Wahrnehmungsübungen, Bibeltexten, Gebeten und gemeinsamen Singen lockten sie rund 30 Katholikentagsbesucher an den Stand, die begeistert mitmachten, mitbeteten und mitsangen. Gleich zu Beginn hieß es, sich mutig auf Ungewohntes einzulassen. Bei Körperbewegungen konnten die Teilnehmer erspüren, wie es sich anfühlt, beispielsweise sich bewusst zu bücken. Dann richteten sich alle wieder auf oder sie öffneten sich, indem sie die Arme weit von sich streckten. So wurde der Bogen vom Aufstehen von Bruder Klaus zum eigenen Leben geschlagen.

Beim gemeinsam gebetenen Vaterunser fassten sich alle an den Händen, ehe das Bruder-Klaus-Gebet gesprochen wurde. Dieses Gebet findet sich neben einem Bild der Bruder-Klaus-Kapelle in Euerfeld auf einer Karte, die allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als Erinnerung mitgeben wurde. Zum Schluss der Andacht sangen nach dem Segen alle aus vollem Herzen das Lied „Geh mit uns auf unserm Weg“.

WAL 7482 KopieEbenfalls am Samstag wurde unter dem Leitwort „Trauer ist wie eine Wunde - Der Friedhof - Ort des Trostes und der Spiritualität“ zu einem meditativen Rundgang über den Würzburger Hauptfriedhof mit Diakon Hubert Wernsmann eingeladen. Und auch hier ging es immer wieder um Mutig-Sein und Aufstehen. Denn gerade, wenn ein Mensch stirbt, entsteht eine Leere und manche versinken regelrecht in der Trauer.

Trauer tut wie eine Wunde einfach weh. Und es bleibt etwas zurück“, so der KLB-Bundesseelsorger. Körperlich bleiben Narben, in der Seele ist es der Schmerz. Darüber hinaus macht der Tod uns sehr verletzlich, erklärte der Seelsorger weiter. Er riet, Tränen, Ohnmacht und Wut erst einmal zuzulassen. „Wir tasten nach Sinn und die Frage nach Gott drängt sich auf“.

„Vor dem Trostwort steht das Trost-sein“, betonte Wernsmann. Schweigen schafft Raum für Begegnung. Begegnung mit Mitmenschen, aber auch mit Gott. „Er schenkt uns Geborgenheit, geht in unsere Tiefe mit und das macht die Liebe Gottes so glaubwürdig“. Um den Weg aus der Trauer zu finden bedarf es jedoch mehr als Floskeln wie „Das wird schon wieder“. Um den Mut zu finden, nach einem Verlust wieder aufzustehen und das Leben neu anzunehmen, brauchen wir Trost und Stütze. „Die Trauer ist ein steiniger Weg“, zitierte der Seelsorger einen Text, den er auch Beerdigungen vorliest, „aber was ist, wenn du auf dem Weg neue Freunde triffst?“

Schon am Treffpunkt war spürbar, dass die Menschen, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren, eine Trauererfahrung verbindet. Nach ersten Impulsen am Kriegerdenkmal im Park des Gedenkens machte sich die Gruppe auf den Weg zur neuen Friedhofskapelle und schon entstanden intensive Gespräche zwischen den Teilnehmern. Als Wernsmann einlud, vor der nächsten Station an der alten Friedhofskapelle sich die Gräber in Ruhe anzusehen, wurde deutlich, dass die Stille, der Austausch und die vorgetragenen Texte manchen berührten. Am Ende des Rundgangs wurden beim Abschiedsritual Kerzen entzündet.