klb wuerzburg

Christine Taiber (Mitte), Bernhard Weisenberger (links) und Martin Mack berichten von ihren Eindrücken bei der Landes- und Bundesversammlung in Passau.

Wie drei Würzburger KLB-Mitglieder die Landes- und Bundesversammlung in Niederaltaich erlebten.

Wie sind die Zukunftsaussichten des Verbands? Wie schafft man es, junge Leute zu begeistern? Martin Mack, der vom 24. bis 26. April in Niederaltaich an der Landes- und Bundesversammlung der KLB teilnahm, liebte es, am Rande der Veranstaltung hierüber mit anderen KLB-Mitgliedern zu sinnieren. Wann hat man dazu sonst schon Gelegenheit! „In jeder Hinsicht hat mir die Teilnahme sehr viel gebracht”, sagt der 72-Jährige aus Unterspiesheim (Landkreis Schweinfurt).

 Das Wetter war herrlich, die Temperatur höchst angenehm, das Ambiente klasse: Mack konnte die drei Versammlungstage rundum genießen. Zum dritten Mal nahm er an einer Bundesversammlung teil. Wegen des 75. Geburtstags der KLB Passau und der KLB Deutschland sei die Versammlung heuer „ganz besonders“ gewesen. Faszinierend war für ihn, dem Festvortrag von „Naturschutzpapst” Hubert Weiger bei der Jubiläumsschifffahrt auf der Donau zu hören. Dieser Mann, von dem er schon eine Menge gelesen, den er aber noch nie persönlich gesehen hatte, beeindruckte ihn durch sein Charisma: „In seinem Vortrag hat er uns quasi sein Lebenswerk dargestellt.”

Ansonsten ist es natürlich immer schön, in einer Gruppe von Menschen zu sein, denen man sich zugehörig fühlt. Ganz besonders klasse fand es Martin Mack, dass er nun, bei seiner dritten Teilnahme, mit allem viel vertrauter war als zuvor. Er sei nicht jemand, der groß aufspricht und gleich alles herausposaunt, was ihm durch den Kopf geht, gibt er zu. Von daher war er bei den ersten Versammlungen zurückhaltend. Nun versteht der ehemalige landwirtschaftliche Berater viel mehr. Er lernte spannende Hintergründe kennen: „Solche Versammlung tragen zur Persönlichkeitsentwicklung bei, und die findet nicht nur zwischen 20 und 30, sondern auch noch zwischen 70 und 80 statt.”

20260425 124146 Kopie web„Welch profunde Ausführungen!“ Das ging auch Bernhard Weisenberger durch den Kopf, als er auf der Donau Hubert Weiger lauschte. „Uns wurden noch mal die ganzen Konflikte und Streitigkeiten rund um den Donauausbau dargelegt, wir erhielten einen wirklich hervorragenden Einblick”, erzählt der 70-Jährige aus Eßleben (Kreis Schweinfurt). Ebenso wie Martin Mack begeisterte ihn aber auch der Vortrag des jungen Biologen und Nebenerwerbslandwirts Tobias Windmaißer zum Thema „Landwirtschaft mit nassen Füßen”. Bernhard Weisenberger lernte Neues darüber, warum es so wichtig ist, Wasser vor Ort zu halten. Zum Beispiel dadurch, dass Moore wieder vernässt werden.

„Unheimliche Solidarität“

Spannend war es auch für Bernhard Weisenberger, neue kirchlich engagierte Laien kennen zu lernen, die der KLB angehören. „Zwischen den Landesverbänden besteht eine unheimliche Solidarität”, erlebte er mit Erstaunen. Und zwar unabhängig von der Größe. In der gesamten Diözese Trier zum Beispiel gebe es, nach einem erfreulichen Zuwachs, immer noch nur 80 Mitglieder: „Die Augsburger haben dagegen über 10.000.”

Doch ohne jede Überheblichkeit gingen die Augsburger mit den Trierern um. Man begegnete sich auf Augenhöhe. Hörte einander zu. Fühlte sich als eine Gemeinschaft verbunden.
So bereichernd es auch war, KLB-Mitglieder aus Schwaben, Niederbayern, Rheinland-Pfalz und anderen Regionen getroffen zu haben: Einen Stich hätten ihm die Wahlen gegeben, meint Bernhard Weisenberger. Weder auf Landes- noch auf Bundesebene fanden sich genügend Kandidaten. Ebenso wie Martin Mack treibt Bernhard Weisenberger die Frage nach der Zukunft des Verbands um. Mit der nun beschlossenen Namensänderung „KLB – Katholischer Verband für die Menschen im ländlichen Raum” kann er leben. „Wobei ich mir wünschen würde, dass wir nur mit der Abkürzung ‚KLB‘ auskommen, dass die so bekannt würde wie die Abkürzung CSU”, sagt er.

Das „K“ bleibt wichtig

Letztlich geht es allerdings nicht um Namen oder Abkürzungen, sondern um Inhalte. Und dass diese tatsächlich gelebt werden. „Mir ist es besonders wichtig, das ‘K’ zu betonen”, sagt Bernhard Weisenberger. Außerdem wünscht er sich einen Verband, der stark für den Schutz der Erde, aber auch für die Bedürfnisse der Landwirtinnen und Landwirte eintritt. Bernhard Weisenberger selbst ist kein Bauer. Allerdings besitzt sein Schwager einen Bauernhof mit 150 Milchkühen. Aufgrund wechselnder politischer Vorgaben musste er, der just auf „bio“ umgestellt hatte, wieder zur konventionellen Landwirtschaft zurückkehren. Was sehr schade sei: „Den Bauern fehlt Planungssicherheit.“

Wie stark eine schlichte Zeremonie ganz unterschiedliche Menschen miteinander verbinden kann, das zu erleben, sei für sie äußerst eindrücklich gewesen, erzählt Christine Taiber. Rund 80 KLB-Mitglieder hatten sich am Sonntag zum Morgenimpuls an einem großen Kreuz an der Donau versammelt und miteinander gesungen. Intensiv habe man sich als Christen in Gemeinschaft erlebt, so die Landwirtin aus Herchsheim (Kreis Würzburg). Bei einem anderen Morgenimpuls hatte sie eine unglaubliche Energie im Raum gespürt: „Die spirituellen Erfahrungen bei den Versammlungen sind das, was ich im Herzen immer mit nach Hause nehme.”

Hinter dem neuen Namen für die KLB auf Bundesebene, auf den man durch eine neue, effektive Methode gekommen war, nämlich durch Konsensfindung statt Abstimmung, kann auch Christine Taiber stehen. „Wir müssen uns als Verband erneuern, auch im Sprachgebrauch”, sagt sie. Allerdings weiß sie, dass ihr noch sehr oft der Begriff „Landvolk” herausrutschen wird. Kein Wunder. Er hat sich tief in sie eingeprägt: „Ich bin seit mindestens 45 Jahren Mitglied.”

Text: Pat Christ / Bilder: Wolfgang Meyer zu Brickwedde