Der Rhetorik-Grundkurs in Haßfurt von KLB und Dekanatsbüro begeisterte die acht Teilnehmenden
„Der Kurs war echt toll und für mich unheimlich wertvoll“. Auch Tage nach dem Rhetorik-Grundkurses ist die Begeisterung von Stefanie Leidner unverkennbar. Und sie ist mit dieser Einschätzung offensichtlich nicht allein, denn am Ende des ganztägigen Kurses in Haßfurt waren alle so begeistert, dass sie mit Referent Dr. Wolfgang Meyer zu Brickwedde gleich einen Nachfolgetermin vereinbarten.
Hochmotiviert, aber auch skeptisch war Stefanie Leidner vor dem Kurs. Hochmotiviert, weil sie sich immer als sehr aufgeregt erlebte, wenn sie vor Menschen sprechen sollte. Etwa als Kassierin beim Sportverein habe sie stets einen „halben Herzinfarkt“ bekommen, wenn sie ihren Kassenbericht vortragen sollte.
Skeptisch, weil sie nicht wusste, was sie genau erwartet. Als sie den Kursraum betrat und die Kamera sah, fiel ihr erst mal das Herz in die Hose. „Oh Gott, Schock“, schoss es ihr durch den Kopf und sie bekam weiche Knie. Gleich bei der Vorstellungsrunde wurden dann alle Teilnehmenden gefilmt. Danach gab es anhand der Aufnahmen eine erste Analyse. Wolfgang Meyer zu Brickwedde richtete das Augenmerk etwa auf Blickkontakt, Mimik, Gestik oder den Stand. „Ich bin auf einem Bein gestanden und auch sonst immer so rumgehampelt“, erinnert sich Stefanie Leidner. Ein fester Stand hilft dagegen, sich geerdet und entspannter zu fühlen.
Ein Aha-Erlebnis war für sie, dass ihre innere Aufregung von außen nicht zu erkennen war. „Ich dachte immer, die anderen merken das sofort“, so Leidner. Doch das Feedback aus der Runde bestätigte ihr eine eher unaufgeregte Ausstrahlung. Eine weitere, wichtige Erkenntnis für sie war, dass sie sich sicherer fühlt, wenn sie sich nicht nur Stichworte auf ihrer Moderationskarte notiert, sondern ausformuliert, was sie sagen will. Dann werden ihre Sätze klarer und sie spricht auch langsamer.
Insgesamt gab es drei Übungseinheiten, die allesamt mit der Kamera aufgenommen wurden. Dabei erzählte Leidner z.B. eine Minute lang von ihrem Sommerurlaub. Danach ging es wie nach jeder Vortragsrunde in die Analyse, in der es etwa um das Zeitmanagement ging oder was man tun kann, wenn man den Faden verliert. Auch wie wichtig bei einer Rede der erste und der letzte Satz sind, wurde Leidner deutlich.
„Sprich, damit ich dich sehe!“
„Wenn ich gut vorbereitet bin, fühle ich mich sicherer und lockerer“, betont sie. Selbst wenn es sie am Anfang etwas gestört habe, sich selbst zu sehen und zu hören, die Film-Aufnahmen waren am Ende sehr aufschlussreich. „Sie haben mir den Blick auf mich selbst geöffnet und mir wurde auch klar, wie wichtig z.B. die Betonung beim Vortrag ist.“ Auch half die Einsicht, dass „niemand bei einer Rede perfekt ist und es auch nicht sein muss“.
Als Mitarbeiterin des Dekanatsbüros Haßberge, das den Tag gemeinsam mit der KLB Würzburg ausgeschrieben hat, freute es Leidner zudem, dass wir „den Nerv der Leute getroffen“ haben. Das Feedback der acht Haupt- und Ehrenamtlichen fiel am Ende jedenfalls sehr positiv aus und alle konnten wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. Leidner ist dabei ein Satz von Sokrates besonders im Gedächtnis geblieben: „Sprich, damit ich dich sehe!“
Mehr Informationen zu Rhetorikkursen gibt es bei der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), Bildungsreferent Dr. Wolfgang Meyer zu Brickwedde, Tel. 0931 386-63 726,


