klb wuerzburg

Caravaggio, Der ungläubige Thomas

Ein neuer Blick auf das Bruder-Klaus-Gebet kann unser Herz für das Ostergeheimnis öffnen

Die Begegnung zwischen Jesus und Thomas ist eine der eindrücklichsten Ostererzählungen. Der Apostel glaubt nicht, dass Jesus auferstanden ist. Erst wenn er die Finger in die Wundmale Jesu und seine Hand in die Seite legen kann, will er glauben.

So wie Thomas geht es wohl auch vielen von uns. Es ist nicht so leicht, an die Auferstehung zu glauben, denn unsere Erfahrungen und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen dagegen, dass ein Mensch aus dem Tod zurück ins Leben kehrt. Wer einmal gestorben ist, der ist tot. So die Überzeugung der meisten Menschen. 

Doch wie ist aus dem ungläubigen Thomas ein Glaubender geworden? Die Geschichte wird im Johannes-Evaneglium so geschildert: Jesus trat bei verschlossenen Türen in die Mitte der Jünger und sagte:

"Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“  (Joh 20,26-29) 

Der Patron unseres Landvolks Klaus von Flüe muss Ähnliches erfahren haben wie Thomas: Eine lebendige Begegnung mit unserem Herrn Jesus Christus. Denn das Gebet, das Bruder Klaus zugeschrieben wird, wiederholt drei Mal eben diese Worte des Apostels, die aus dem ungläubigen einen gläubigen Thomas machten:

„Mein Herr und mein Gott“

- dieser Ausruf, dieses Bekenntnis steht so wie kein anderes für den österlichen Glauben. Kein anderer Satz zeigt so deutlich den Weg vom Unglauben zum Glauben. Die Worte „Mein Herr und mein Gott“ sind das erste explizite Osterbekenntnis und damit eine Schlüsselstelle für unseren Auferstehungsglauben.

„Mein Herr und mein Gott“

- gerade an diesen Tagen vor und nach Ostern kann uns das Bruder-Klaus-Gebet zu einem neuen Verstehen des Ostergeschehens führen. Wenn wir den Text nicht nur mit dem Mund sprechen, sondern das Gebet mit der ganzen Kraft unseres Herzens füllen, dann kann die gläubige Hingabe, die Bruder Klaus ausgezeichnet hat, auch uns beseelen. So kann das Osterlicht ganz neu in uns aufleuchten. Denn dann können wir spüren, was es heißt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

 

Bruder-Klaus-Gebet

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.